Obwohl sich der Kurort Bad Füssing alle Mühe gibt, ist auch hier nicht immer eine barrierefreie Fahrt mit dem Rollstuhl möglich.

Rollstuhl Fahrer benachteiligt

Das Problem: Bereits bei einem Höhenunterschied von nur 2 bis 3 Zentimetern ist ein Rollstuhl Fahrer ausgebremst – eine Weiterfahrt alleine ist nicht mehr möglich. Doch ein komplett barriefreier Weg ist schon alleine aus städtebaulicher Sicht nicht möglich. Zum Beispiel sind wegen der Oberflächenentwässerung der Strassen kleine Niveauunterschiede notwendig. Dieter Reich, Betreuer im Altenheim des Roten Kreuzes, in Bad Füssing, hierzu: “Das geht nicht, das ist Wunschdenken. Das erkläre ich auch unseren Bewohnern, wenn sie sich beklagen.” Dennoch lobt er das Rathaus in Bad Füssing, das seiner Meinung nach tut, was es kann, um Rollstuhl gerechte Wege zur Verfügung zu stellen.

Fallbeispiel Birkenallee Bad Füssing

Josef Flock vom Bauamt geht mehr ins Detail. In der Birkenallee, zwischen Dahliengarten und dem großen Karpfenteich, einer Strecke ganz in der Nähe des Altenheims, gibt es zwei Abschnitte: den im Freizeitpark und einen bewohnten Streckenabschnitt. Im bewohnten Straßenteil  sind noch Hochborde, nahezu unüberwindbar mit einem Rollstuhl, vorhanden. “Seit drei Jahren wollen wir hier schon einen Gehweg mit weniger Höhenunterschied bauen. Doch es scheiterte wieder am Geld.”

Bauamt Bad Füssing erklärt Situation

Immerhin wurde die Strecke im Freizeitpark bereits saniert – freie Fahrt für den Rollstuhl! Warum es die Stolperfalle dennoch gibt ist leicht erklärt: Dieter Reich führt es auf die Entwässerung zurück. “Wenn die Straße ein kleines Gefälle hat, ist ein Rand aus zwei Graniteinzeilern nötig.” so Josef Flock, vom Bauamt Bad Füssing. Der eine grenzt an die asphaltierte Fläche und ist mit dieser auf gleicher Höhe. Der andere ragt zwei bis drei Zentimeter über das Straßenniveau hinaus. Ohne diese Wasserführrinne könnte das Oberflächenwasser nicht in die Straßensenkkästen abgeleitet werden. Dass es bei einer solchen Konstellation für Rollstuhl Fahrer schwierig wird ist leicht nachvollziehbar.

Bad Füssing auf dem Weg zum behindertengerechten Kurort

Von alten Bausünden im Fall der Hochborde spricht Kurdirektor Rudolf Weinberger. Seine feste Absicht ist die Beseitigung dieser Hindernisse. Dass man sich in Bad Füssing um einen behindertengerechten Kurort Gedanken macht, zeigt auch noch ein anderer Service für die Urlauber: Im Gastgeberverzeichnis reicht es der Kurverwaltung nicht aus, wenn als Angabe “überwiegend behindertengerecht” von den Vermietern angegeben wird. “Sie müssen einer DIN Norm entsprechen. Nur dann empfehlen wir sie Menschen mit einer körperlichen Behinderung.”

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